Homophon-Fallen: Namen, die Peinlichkeit auslösen
Chinesisch hat ungewöhnlich viele Homophone. Ein Name, der auf dem Papier elegant wirkt, kann beim lautlichen Aussprechen vernichtend wirken.
Chinesisch ist eine Sprache mit ungewöhnlich vielen Homophonen — eine einzige Silbe kann Dutzenden, ja Hunderten von verschiedenen Zeichen entsprechen. Beim Benennen im Chinesischen genügt es also nicht, auf die wörtliche Bedeutung zu schauen; man muss auch auf Homophone achtsam sein. Ein Ausrutscher, und ein Name, der sich auf der Seite elegant liest, kann alle in Hörweite das Lachen zu unterdrücken zwingen. Für Überseeländer ist das Verstehen der „Homophon-Vermeidung" eine der praktischsten — und unterhaltsamsten — Lektionen der chinesischen Namenskultur.
▲ Ein unerwartetes Homophon genügt, um das Überreichen einer Visitenkarte peinlich zu machen.

1. Warum sind Homophone so wichtig?
Wenn chinesische Sprecher einen Namen hören, registrieren sie zuerst den Klang, nicht die geschriebene Form. Wenn die Aussprache des Namens mit einem unziemlichen Wort übereinstimmt oder ihm nahekommt, wird der Name ungeachtet der Eleganz der Zeichen auf dem Papier verspottet. Diese Falle — „schön auf dem Papier, vernichtend auf der Zunge" — ertappt gelegentlich selbst chinesische Eltern.
2. Klassische Homophon-Katastrophen
Nachstehend einige reale Homophon-Katastrophen (mit entfernten Identifizierungsmerkmalen):
杜子腾 (Dù Zǐténg) sollte einem Kind kräftiges, gedeihendes Wachstum wünschen. Laut gelesen klingt es jedoch genau wie 肚子疼 (dǔzi téng) — „Bauchschmerzen".
史珍香 (Shǐ Zhēnxiāng) sollte etwas Kostbares und Duftendes andeuten. Laut gelesen klingt es wie 屎真香 (shǐ zhēn xiāng) — „Kot riecht gut".
魏生津 (Wèi Shēngjīn) sollte reiche Vitalität vermitteln. Laut gelesen klingt es wie 卫生巾 (wèishēngjīn) — „Damenbinde".
傅岩杰 (Fù Yánjié) sollte „herausragend wie ein Fels" sagen. Laut gelesen klingt es wie 妇炎洁 (fùyánjié), ein bekanntes Produkt für Intimhygiene von Frauen.
杨伟 (Yáng Wěi) sollte männliche Größe vermitteln. Laut gelesen klingt es wie 阳痿 (yángwěi) — „Impotenz".
Jeder dieser Namen wirkt auf dem Papier durchaus ordentlich. Sobald er jedoch laut ausgesprochen wird, wird das Lachen schwer zu unterdrücken. Der Fehler liegt nicht in den Zeichen — er liegt im Klang.
3. Eine Homophon-Selbstprüfliste
Um Peinlichkeiten zu vermeiden, geben Sie einem Namen nach der Wahl folgende Schritte:
Schritt eins: lesen Sie ihn dreimal laut. Sagen Sie Familiennamen und Vornamen zusammen in normalem Tempo dreimal und hören Sie auf das Echo eines unziemlichen Worts.
Schritt zwei: probieren Sie ihn in einem Dialekt. Chinesisch hat viele regionale Dialekte, und manche Homophone erscheinen nur in einem bestimmten Dialekt. Wenn der Name landesweit verwendet wird, lesen Sie ihn einmal in Standard-Mandarin und einmal in jedem großen Dialekt.
Schritt drei: fragen Sie Muttersprachler. Nicht-muttersprachliche Namenswähler sollten insbesondere mindestens zwei oder drei chinesische Muttersprachler bitten, den Namen „zu zerpflücken". Sie werden oft Homophon-Probleme entdecken, die Sie allein nie bemerken würden.
Schritt vier: prüfen Sie Internet-Memes. Neue Memes erscheinen im Netz in schwindelerregender Geschwindigkeit, und bestimmte Zeichenkombinationen können bereits an einen beliebten Witz gebunden sein. Eine kurze Suche, bevor Sie sich festlegen, kann Ihnen eine frisch gebackene Falle ersparen.
Mit einem Wort: die Hälfte der Qualität eines chinesischen Namens liegt in seinen Zeichen, die Hälfte in seinem Klang. Die Zeichen sind für die Augen; der Klang ist für die Ohren. Nur wenn beide bestehen, kann ein Name der Probe des Gebrauchs wirklich standhalten.
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